So fing alles an !

Entwicklung des Wetterportals Sauerland

Abb.1: Die obligatorischen Wetterhütten werden seit vielen Jahren selbst gezimmert. 15 Stück sind so bereits entstanden.

Schon in jungen Jahren erkannten Vater und Sohn bei noch eher laienhaften Messungen am heimischen Küchenfenster, dass das Wetter im Sauerland einiges an Spannung bietet. Aufgewachsen auf den Höhen des Rothaarkammes faszinierten vor allem die Temperaturverhältnisse in klaren Nächten. Schon beim Blick in die direkt vor der Tür gelegenen Täler von Odeborn und Lenne wurde klar, dass da unten ein ganz anderes Wetter herrschte. Daher reichte die heimische Temperaturmessung nicht mehr aus. Die Talstation des Postwiesen-Skigebietes an den Ufern der Odeborn und das Bremkebachtal in der Nähe des Silbersees (Züschen) waren die ersten Messstellen. Um das Temperaturmessgerät, in diesem Falle ein sogenannter Thermograph (siehe rechts), ordentlich zu schützen wurde das heimische Tischlerhandwerk bemüht. So entstanden in den Jahren 2003 und 2004 die ersten Wetterhütten.

 

Obwohl handwerklich gänzlich unbegabt erfasste uns bald der Ehrgeiz und die Wetterhütten wurden selbst zusammen gezimmert und wetterfest angestrichen. Die Farbe weiß war hier besonders gefragt, denn dadurch kann verhindert werden, dass sich die Sonnenwärme zu sehr in den Hütten aufstaut. Hier helfen zudem die Lamellentüren, die eine ausreichende Belüftung ermöglichen. Im Jahr 2007 packte uns abermals der Ehrgeiz, denn die höchste Stelle im Sauerland musste mit einer Temperaturstation versehen werden. In diesem Jahr ist daher nicht mehr der Kahler Asten sondern der Langenberg die höchste Wettermessstelle der Region. 

Abb.2: Die Temperaturstationen sind mit genauer Lage, Höhe sowie Beginn der Messungen gekennzeichnet.

Im Herbst 2009 war die Temperatur allein nicht mehr gut genug. Es musste mehr her – Niederschlag, Sonne und Wind und am Besten von überall auf der Welt unter Kontrolle. In Winterberg-Neuastenberg wurde daher eine professionelle Wetterstation errichtet (siehe rechts), die Daten wurden akribisch gespeichert und ausgewertet.

Seit diesem Zeitpunkt wuchs das Wetterportal vor allem in die Breite. Temperaturstationen im Wittgensteiner Edertal bei Erndtebrück (einer der kältesten Punkte der Region), im Lennetal und Sorpetal bei Schmallenberg, am Homberg bei Züschen oder an der schneereichsten Stelle des Sauerland (Nordhang des Kahlen Astens) folgten.

Im April 2012 wurde, zunächst noch unbewusst, ein weiterer Meilenstein des Wetterportal-Messnetzes gelegt. Im Garten der Ruhrquellenhütte stand schon bald eine neue Temperaturstation, zunächst nichts besonderes. Bei der ersten Auswertung der Daten staunte man aber nicht schlecht, denn in klaren Nächten stellten die Messwerte alles bisher im Sauerland gekannte in den Schatten. Bei Windstille und wolkenfreiem Himmel wird es in Nordwestdeutschland nirgendwo kälter als an dieser Stelle – zumindest kennt man aktuell noch keinen kälteren Ort.

Das war auch der Ausgangspunkt für ein weiteren Ausbau der automatischen Wetterstationen, denn diese Werte muss man einfach live beobachten können. So entstanden bis zu diesem Zeitpunkt professionelle Stationen in Medebach, an der Pastorenwiese bei Hallenberg sowie in Schmallenberg-Ebbinghof. Weitere sind in Planung, denn unser Ziel ist klar. Mehr ...

Thermograph

Ein Thermograph misst die Temperatur über den Widerstand der Umgebungsluft. Über einen Schreibarm wird diese Messung auf Papier gebracht, welches sich auf einer Trommel befestigt ist, die sich je nach Umlaufdauer der Trommel in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegt.

Datenlogger

Ein Datenlogger misst die Temperatur am bzw. über einen Fühler in der Umgebungsluft und speichert die Messwerte. Je nach eingestellter Frequenz kann dieses Gerät zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten ohne Kontrolle arbeiten. 

Profi-Wetterstation Vantage

Die Station "Vantage" des amerikanischen Herstellers Davis ist die genauste Wetterstation im semi-professionellen Bereich. Die wird auch von den großen Wetterdiensten, wie z.B. der Firma MeteoGroup verwendet.