Die Bilder des Monats

Hochsommerlicher Monatsauftakt

Blick auf die Bruchhauser Steine, 01.07. (Bild: Hochsauerland-Bilder)

Selbst zum Sonnenuntergang sehr warm

Bei Finnentrop-Heggen, 02.07.  (Quelle: Wetterjäger Südwestfalen)

Nach der Hitze

Blick zum Feldberg im Taunus (110 km), 06.07.

Bald wieder schwülwarm

Gewitterwolken bei Sundern, 15.07. (Quelle: Wetterjäger Südwestfalen)

Viele schöne Tage dabei

Sonnenaufgang bei Winterberg, 18.07. 

Zum Monatsende kühler

 

Am Abend im Schmallenberger Sauerland, 22.07. (Quelle: Hochsauerland-Bilder)

Juli 2015


Der Juli begann in diesem Jahr mit einer richtigen Hitzewelle, bei der der Allzeitrekord auf dem Kahlen Asten nur ganz knapp verfehlt wurde. Unter dem Strich war dieser Hochsommermonat zu warm und etwa durchschnittlich in Sachen Sonne. Seit Januar dieses Jahres war es zudem der erste Monat mit einem leichten Überschuss an Niederschlägen. Am 25. überquerte mit „ZELJKO“ ein richtiger Herbststurm die Region. 

Temperatur

Abb. 1: Temperaturverlauf an der Wetterportal-Station Schmallenberg-Westfeld. Die Werte zeigten in diesem Monat sehr große Schwankungen. Zur Vergrößerung bitte auf die Graphik klicken.

Mit einer mittleren Temperatur von 14,9 Grad war der Juli des Jahres 2015 2,2 Grad wärmer als das langjährige Mittel 1961-1990, welches für die international gültigen Vergleiche grundlegend ist. Legt man die aktuellere Periode 1981-2010 zu Grunde lag die Abweichung noch bei 1,4 Grad. Trotz der Hitzewelle zum Monatsanfang waren die Julimonate der beiden Vorjahre mit 15,9 bzw. 15,7 Grad im Mittel noch etwas wärmer. 

Dieser Monat begann mit einer der intensivsten Hitzeperioden, die das Sauerland seitdem Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen erlebt hat. So stieg das Quecksilber z.B. in Medebach vom 01.-05. des Monats täglich auf mehr als 31 Grad, vom 02.-04. Juli wurden sogar jeweils mehr als 34 Grad gemessen. Der höchste Wert dieses Hochsommermonats wurde im Messnetz des Wetterportals am 04. Juli mit 37,2 Grad in Brilon-Messinghausen erreicht. Auf dem Kahlen Asten wurden an diesem Tag 31,0 Grad gemessen. Dies ist der höchste jemals in einem Juli (Maximum bisher 30,5 Grad aus 2006) aufgezeichnete Wert. Erst an einem Tag war es seit 1918 wärmer. Am 12. August 2003 wurden 31,3 Grad erreicht. 

Nach der Hitze kam ein kurzer aber heftiger Absturz der Temperaturen. Die Nacht zum 10. Juli war verbreitet die frischeste des Monats. So wurden auf den Bergen und in Hanglage meist Werte um 5 Grad gemessen. In einigen Tälern ging es aber bis fast zum Gefrierpunkt herab und so war der Boden im oberen Lennetal bei Schmallenberg-Westfeld bei einer Lufttemperatur in 2 m Höhe von 1,1 Grad sogar leicht gefroren. Noch etwas weiter kühlte es an unserer Temperaturstation Medebach-Gelängebachtal ab. Hier wurden an diesem Morgen in 2 m Höhe nur 0,2 Grad gemessen. 

Die zweite Hälfte des Monats verlief sehr wechselhaft. Sommerliche Tage wechselten schnell mit kühleren Phasen ab. Spitzenwerte nach oben oder nach unten wie in der ersten Monatshälfte konnten aber nicht mehr beobachtet werden.

 

 

 

 

Niederschlag/Gewitter

Abb. 2: Niederschläge an der Wetterportal Station Graf-Stolberg-Hütte. Recht gleichmäßig über den gesamten Monat verteilt fiel ausreichend Niederschlag. Zur Vergrößerung bitte auf die Graphik klicken.

Erstmals seit dem Januar dieses Jahres hatte ein Monat im Sauerland mal wieder ausreichend Niederschläge. Diese beliefen sich in den trockensten Teilen der Region, der Medebacher Bucht, dem Raum Brilon und Marsberg sowie der Gegend um den Möhnesee auf rund 80-90 mm (z.B. Brilon-Messinghausen 88, Medebach 85 mm). Im Raum Schmallenberg, in Teilen des Märkischen Kreises sowie entlang des Rothaarkammes kamen meist zwischen 100 und 130 Liter Regenwasser vom Himmel (z.B. Hallenberg-Pastorenwiese 115 m, Graf-Stolberg-Hütte 117 m, Winterberg-Neuastenberg 129 mm). Am nassesten war es wie so oft auf dem Kahlen Asten. Hier fielen 155 Liter Niederschlag, dies entspricht einer positiven Abweichung von 22 % zum langjährigen Mittelwert. 

Bis auf die ersten vier Tage des Monats gab es kaum längere völlig trockene Phasen, so dass sich die Niederschläge recht gleichmäßig verteilten. Besonders viel regnete es bei heftigen Gewittern am 05. Juli im Raum Schmallenberg und im Kreis Olpe. An diesem Tag summierten sich 31,2 mm in den Regenbehälter der Station Schmallenberg-Ebbinghof. Rund um Olpe kam teils mehrere Zentimeter großer Hagel dazu, der für Schäden in Millionenhöhe sorgte. Nach einem Tag Beruhigung brachte bereits der 07. Juli neue Gewitter. 

Die zweite Monatshälfte war geprägt von vielen Tagen mit Schauerwetter. Vor allem die letzten Julitage brachten kaum einen beständigen Tag.

 

Wind

Abb. 3: Windböen im Juli an der Wetterportal-Station Medebach. Gewitterböen am Monatsanfang und Tief "ZELJKO" am 25. waren die intensivsten Windereignisse. Zur Vergrößerung bitte auf die Graphik klicken.

In Sachen Wind waren in diesem Juli vor allem zwei Daten besonders interessant. Zum Einen war dies der Nachmittag und Abend des 05. Julis, als heftige Gewitter über die Region zogen und neben Starkregen und Hagel teilweise auch heftige Windböen brachten. So registrierte die Station in Winterberg-Langewiese mit 79 km/h die höchste Windgeschwindigkeit im Messnetz des Wetterportals. 

Großräumig gesehen noch wesentlich bemerkenswerter war allerdings der 25. Juli. An diesem Samstag zog das für einen Hochsommermonat ungewöhnlich kräftige Tief „ZELJKO“ über das Sauerland und brachte einen eigentlich mehr aus dem Herbst gewohnten Sturm mit sich. Am Nachmittag wurde auf dem Kahlen Asten eine Windgeschwindigkeit von 103 km/h gemessen. Bis auf einige abgeknickte Äste hielten sich die Schäden aber weitgehend in Grenzen. 

 

Sonne

Abb. 4: Globalstrahlung an der Wetterportal-Station in Bestwig-Wasserfall (Fort Fun). Tage mit mehr als 500 Watt Sonnenleistung im Mittel können als sonnig bezeichnet werden. Zur Vergrößerung bitte auf die Graphik klicken.

Die Sonne machte in diesem Monat vor allem zum Beginn wahrlich Überstunden. So brachte es die gelbe Kugel während der Hitzeperiode täglich auf 11-15 Stunden. Im Rest des Monats musste sie sich den Platz am Sauerländer Himmel mit vielen Wolken hart erkämpfen. Abgesehen vom 17. Juli gab es keinen Tag mehr, der mehr als 10 Stunden Sonne erreichte. In der Gesamtbilanz ergaben sich auf dem Kahlen Asten exakt 188 Stunden was rund 111 % des langjährigen Durchschnitts entspricht.

 

 

Der Juli Tag für Tag

Wie ist das Wetter an einem bestimmten Tag im Juli gewesen ? Alle Daten und Fakten, u.a. aus unserem Messnetz sind hier zu finden.

Der Juli seit 1950

Kühle Tage und warme Tage hatte der Juni 2015 zu bieten. Alles in allem blieb das Monatsmittel aber im Bereich der langjährigen Mittelwerte ...

Bedrohliche Strukturen

Zum Ende der Hitzewelle zogen am 05. Juli heftige Gewitter über das Sauerland. Bei dieser Aufnahme aus Winterberg-Neuastenberg mag man schon fast an einen Tornado glauben. In Wirklichkeit ist dies aber eine Wolkenschleppe aus der Gewitterwolke ohne eine Rotation.

Gefährliche Geschosse

Ein Dachfenster des Rhein-Weser-Turms ist den zentimetergroßen Hagelkörnern am Nachmittag des 05. Juli zum Opfer gefallen. Quelle: Facebook/Rhein-Weser-Turm

Der Juli auf dem Kahlen Asten

Juli Abweichung vom Mittel 1961-90
Mitteltemperatur +14,9°C + 2,2°C
Höchste Temperatur 31,0 °C +5,7°C
Tiefste Temperatur 4,5°C +0,2°C
Warme Tage (einmalig >20°C) 13 + 5 Tage
Sommertage (einmalig >25°C) 7 + 2 Tage
Niederschlag 155 mm + 22 %
Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag 16 +3 Tage
Sonnenstunden 188 Stunden + 11 %
Tage ohne Sonne 3 +-0 Tage
Höchste Windböe 103 km/h -