Die Bilder des Monats

Ein oft freundlich-trockener Dezember

Beschneiung bei Sonnenwetter, Neuastenberg, 04.12.

Häufige Inversionswetterlagen

Vom Asten über das Nebelmeer, 21.12. (Bild: Benedikt Selter)

Der einzige Hauch Naturschnee

Am Ettelsberg, 27.12.

Das Jahr endet mit Sonne und Nebel

Der schneefreie Astenturm, 30.12.

Dezember 2016


Obwohl der Dezember einige sehr kalte Nächte zu bieten hatte kam der letzte Monat des Jahres, ähnlich wie 2015, fast ganz ohne Schnee aus. Wie in den Vormonaten fiel insgesamt deutlich zu wenig Niederschlag, die Sonne zeigte sich abseits der Nebelgebiete dagegen recht häufig.

Temperatur

Abb. 1: Die Tagestiefsttemperaturen an den Wetterstationen Hunau (blau) und Medebach (orange). Deutlich sind die häufigen Temperaturinversionen zu erkennen.

Auf dem Kahlen Asten ergab sich zum Monatsende eine Mitteltemperatur von +1,1 °C. Damit war dieser Dezember knapp drei Grad milder als es im langjährigen Mittel zu erwarten gewesen wäre, allerdings auch rund drei Grad kälter als der extrem milde Dezember 2015. Interessant ist die Tatsache, dass die Mitteltemperatur in Medebach, rund 400 Meter niedriger gelegen als der Kahle Asten, fast identisch war. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der letzte Monat des Jahres fast ausschließlich durch Hochdruckwetterlagen und Temperaturinversionen, also einer Umkehr der normalen Verhältnisse geprägt war.

So konnten in den Tallagen der Region gleich zum Monatsanfang, dann wieder um den 20. Dezember und dann wieder am Monatsende einige klare und somit kalte Nächte beobachtet werden. So sanken die Werte im Gelängebachtal bei Medebach am 04., 05. des Monats auf -13 Grad. Am Silvestermorgen konnten sogar nahe -15 Grad beobachtet werden. Nahe des Ruhrdamms bei Winterberg war es mit -12 Grad nur unwesentlich wärmer. Auf den Bergen, z.B. an der Hunau bei Bödefeld oder auf dem Ettelsberg bei Willingen, hingegen lagen die Temperaturen teils um 15 Grad über den Taltemperaturen. Zur Monatsmitte und vor allem an den Weihnachtsfeiertagen zeigten sich in der Wolkendecke dagegen kaum Lücken und die Temperaturen lagen überall im positiven Bereich. Die höchsten Werte des Monats wurden mit 8 bis 11 Grad verbreitet am 08. Dezember gemessen. Auch am 1. Weihnachtstage war es mit 5 bis 10 Grad sehr mild.

 

Niederschlag/Schnee

Abb. 2: Niederschlagsmengen an den Stationen Olpe-Fahlenscheid (blau) und Diemelsee (rot). Nur an wenigen Tagen regnete es, Schnee fiel hier überhaupt nicht.

Kräftige Niederschläge gab es in diesem Monat praktisch nicht und so war es abermals verbreitet deutlich zu trocken. Nur rund um den 11. Dezember und an den Weihnachtstagen fiel Regen in wirklich messbarer Form. Insgesamt konnte aber am Monatsende meist nur ein Drittel der Normalmenge erreicht werden, teils war sogar noch weniger im Messbecher. So registrierte der Kahle Asten mit 46 Litern zwar die absolut höchste Menge, bei einem Durchschnittswert von 168 Litern bedeutet dies aber nur 27 % des langjährigen Mittelwertes. In Schmallenberg, Arnsberg und Brilon war es mit 20 bis 35 Litern ebenfalls extrem trocken für den eigentlich sehr niederschlagsreichen Dezember.

Nur ein Bruchteil des Niederschlages fiel in diesem Dezember als Schnee und dies auch nur oberhalb von 700 m. So war es auch auf dem Kahlen Asten nur an einem einzigen Tag, dem 27.12., leicht weiß angehaucht. Trotzdem war, bedingt durch die kalten Nächte, im Gegensatz zum Vorjahr, Wintersport in den Weihnachtsferien zumindest auf einigen beschneiten Pisten möglich. 

 

 

Sonne

Abb, 3: Tägliche, mittlere Solarstrahlung an den Stationen Neuastenberg (blau) und Medebach (rot). Zum Monatsanfang und in den Weihnachtsferien war es häufig freundlich.

Hochdruckwetterlagen, die diesen Monat bestimmten, waren auch der Grund für eine recht ungleichmäßige Verteilung der Sonnenscheinstunden. So registrierte der Kahle Asten knapp 70 Stunden freie Sicht auf die gelbe Kugel und damit rund 30 Stunden mehr als normal. In diesen sonnigen Phasen hielt sich in der eigentlich von Licht verwöhnten Medebacher Bucht oftmals dichter Nebel und die Sonnenscheinstunden lagen hier deutlich niedriger.

 

Wind

Abb. 4: Mittlere Windgeschwindigkeiten an einer Bergstation (Hohe Bracht, blau) einer Talstation (Willingen-Mühlenkopfschanze). Besonders um den 11. und an den Weihnachtstagen war es teils stürmisch.

Was bleibt noch ? Der Wind ! Während die Hochdruckphasen meist nur mit einer schwachen Luftbewegung verliefen stürmte es in den kurzen Niederschlagsperioden teils sehr heftig. So war es am 11. Dezember und allgemein an den Weihnachtstagen am windigsten. Dabei wurden auf dem Kahlen Asten maximal 92 km/h erreicht, in den Tälern lagen die Spitzenböen meist zwischen 50 und 65 km/h.

 

 

Der Dezember seit 1950

Der Dezember war am Kahlen Asten 3 Grad kälter als 2015, gehörte aber immer noch zu den wärmsten Vertretern der letzten 66 Jahre.

Skigebiete waren in diesem Monat vollständig auf Beschneiungsanlagen angewiesen. Das Bild gibt einen Überblick über das Postwiesen-Skigebiet Neuastenberg am 20. Dezember.

Der Dezember auf dem Kahlen Asten

Dezember Abweichung vom Mittel 1961-90
Mitteltemperatur 1,1 °C +2,8 °C
Höchste Temperatur 8,4 °C + 1,0 °C
Tiefste Temperatur -4,8°C + 6,3 °C
Eistage (Max <0 Grad) 2 -13 Tage
Frosttage (Min < 0 Grad 19 -6 Tage
Niederschlag 46 mm -73 %
Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag 9 - 8 Tage
Sonnenstunden 72 Stunden +80 %
Tage ohne Sonne 14 + 5 Tage
Höchste Windböe 92 km/h -