Die Bilder des Monats

Erst Unwetter, dann mehr Sonne

Bei Finnentrop-Rönkhausen, 06.06. (Bild: Benedikt Selter)

Ein frischer Morgen

Blick auf Schmallenberg-Grafschaft, 20.06. (Bild: Hochsauerland-Bilder)

Wechselhafte Monatsmitte

Vom Bollerberg ins Hessenland, 16.06. (Bild: Gerhard Kobbeloer)

Nach den Gewittern

Sonnenuntergang über Schmallenberg-Westfeld (Bild: Hochsauerland-Bilder)

Sonne-Wolken-Mix

Bei Brilon-Alme, 26.06. (Bild: Hochsauerland-Bilder)

Juni 2016


Der Juni, erster meteorologischer Sommermontag, setzte das unbeständige Wetter des Mais nahtlos fort. So klaffte eine deutliche Lücke in der Sonnenscheinbilanz, es regnete mehr als üblich und richtig warm war es nur an wenigen Tagen. Trotzdem war die Mitteltemperatur überdurchschnittlich. 

Temperatur

Abb. 1: Die Höchsttemperaturen an den Stationen Eslohe-Reiste (orange) und Winterberg-Altastenberg (blau) zeigen nur wenige richtige warme Tage. Der 23. Juni war an beiden Stationen der wärmste Tag.

12,9 Grad zeigte das Thermometer im Durchschnitt dieses Junis auf dem Vater der Sauerländer Berge,  damit immerhin 2 Grad mehr als im Mittel der Jahre 1961-1990 und noch 1,3 Grad mehr als im aktuelleren Schnitt der Jahre 1981-2010.  Wärmer war ein Juni zuletzt im Jahre 2010, der bisher mit Abstand sommerlichste Juni des Hitzesommers 2003 (16,5 Grad) bleibt aber bei weitem unerreicht.

Insgesamt war der Juni in Sachen Temperatur durch lange Phasen mit eher mäßig warmen, für viele aber eher als zu kühl empfundenen Werten, geprägt. Die längste dieser Perioden schmiegte sich um die Monatsmitte (10.-22. Juni) herum und auch die letzten fünf Tage waren eher kühl. Das typische Temperaturniveau lag am Tag zwischen 13 und 16 Grad auf den Bergen und zwischen 17 und 20 Grad im Tal. In den Nächten schwankten die Werte meist um die 10 Grad-Marke, nur selten war es kühler. Die Monatsminima wurden verbreitet am Morgen des 20. Juni gemessen. So waren es auf den Bergen meist um 6 Grad, in den Tälern allerdings nur zwischen 4 und 2 Grad (Medebach z.B. 2,3 Grad / Schmallenberg-Westfeld 1,1). Noch kühler wurde es an der Ruhrquelle mit -0,6 Grad. Allerdings ist an dieser Station im Juni Frost in 2 m Höhe die Regel, so dass dieser Wert eher als recht mild interpretiert werden muss. Die beiden mit Abstand wärmsten Junitage waren der 23. und 24. des Monats. So wurden in Medebach beispielsweise knapp 31 Grad, in Eslohe-Reiste sogar 32,9 Grad gemessen und selbst die Winterberger Höhendörfer Neu- und Altastenberg erreichten mit 28,3 bzw. 28,1 Grad hochsommerliche Werte. 

 

 

 

 

 

Niederschlag/Gewitter

Abb.2: Die täglichen Regenmengen an den Stationen Medebach (orange) und Hallenberg (Pastorenwiese). Besonders der Monatserste sticht mit bis zu 60 Litern Regen deutlich hervor.

Obwohl das Sauerland von den katastrophalen Überschwemmungen in anderen Teilen der Bundesrepublik insgesamt verschont blieb war auch bei uns der Niederschlag das Hauptthema in diesem Monat. So regnete es z.B. am Homberg in Züschen an 21 der 30 Junitage. Die Mengen am Ende des Monats lagen verbreitet um 20 bis 50 % über den langjährigen Mittelwerten. Besonders auf sich aufmerksam machten in dieser Hinsicht das ansonsten so trockene Medebach mit einer Monatsniederschlagsmenge von 152 Litern pro Quadratmetern. Dies entspricht etwa dem Doppelten des Durchschnittswertes. In erster Linie dafür verantwortlich war gleich der Monatserste. In nur vier Stunden prasselten rund 62 Liter Regen, also etwa 80 % des Mittels vom Medebacher Himmel. 

An mehreren Tagen des Monats traten teils heftige Gewitter auf. Besonders hervorgehoben sei hier der 24. Juni. Nach einem sonnigen Tagesstart bildeten sich am frühen Nachmittag mächtige Quellwolken und nachfolgend regnete es fast im gesamten östlichen Sauerland stark. In Teilen des Winterberger, Medebacher und Hallenberger Stadtgebietes hagelte es sogar und Blumen und Gemüse waren in vielen Orten dahin. 

 

 

Wind

Abb.3: Durchschnittliche tägliche Windgeschwindigkeiten an den Stationen Hohe Bracht (orange) und Finnentrop-Heggen (blau). Nach einer sehr windschwachen ersten Monatshälfte legte der Wind dann etwas zu.

Wirklich auf sich aufmerksam machte der Wind in diesem Monat kaum einmal, denn kräftige Tiefdruckgebiete, die vom Atlantik heranziehen und die Windfelder mit sich bringen waren in diesem Monat nicht zu beobachten. Meistens beschränkte sich nennenswerte Windbewegung daher auf Schauer- und Gewitterböen und so wurde am 5. Juni in Langewiese mit 63 km/h die kräftigste Böe im Messnetz des Wetterportals registriert. Interessanterweise war der sonnigste Tag und wärmste Tag des Monats (23.06.) auch der im Durchschnitt windigste.

 

Sonne

Abb. 4: Durchschnittliche Solarstrahlung (in Watt/Quadratmeter) an den Stationen Medebach (blau) und Ettelsberg (orange). Rund um die Monatsmitte blieb es oft grau.

Die Sonne machte sich in diesem Juni insgesamt rar. Rund 141 Stunden registrierte das dafür zuständige Instrument am Kahlen Asten und damit etwa 35 Stunden weniger als normalerweise üblich. An vier Tagen war es mit mehr als 10 Stunden Sonne richtig freundlich, 3 waren vollständig sonnenlos.

 

 

Der Juni Tag für Tag

Wie ist das Wetter an einem bestimmten Tag im Juni gewesen ? Alle Daten und Fakten, u.a. aus unserem Messnetz sind hier zu finden.

Der Juni seit 1950

Der Juni war trotz weniger sommerlicher Tage der wärmste seiner Art seit 2010. Deutlich hervor sticht der extrem warme Juni des Hitzesommers 2003 ...

Der Juni auf dem Kahlen Asten

Juni Abweichung vom Mittel 1961-90
Mitteltemperatur 12,9°C +2,0 °C
Höchste Temperatur 26,7 °C + 2,8 °C
Tiefste Temperatur 6,2°C + 4,1°C
Warme Tage (> 20 Grad) 5 -1 Tag
Sommertage (> 25 Grad 2 +1 Tag
Niederschlag 144 mm + 17 %
Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag 13 -1 Tag
Sonnenstunden 141 Stunden -17 %
Tage ohne Sonne 3 +- 0 Tage
Höchste Windböe 66 km/h -