Die Bilder des Monats

Ostertage auf den Bergen teils noch weiß

An der Hunau, 02.04. 

Schnell macht sich aber der Frühling breit

Blick vom Bollerberg, 18.04. (Bild: Gerhard Kobbeloer)

Verbreitet schlagen die Buchen aus

Am Rothaarkamm, 22.04.

Gewitter beenden die Wärme

Kahler Asten, 22.04. (Bild: Benedikt Selter)

Letzte Schneeflocken

Bei Winterberg-Neuastenberg, 26.04.

Vernebelte Täler

Blick von der Hohen Bracht, 27.04.

April 2018


Im März steckte das Sauerland an vielen Tagen noch im tiefsten Winter, der April schlug in eine vollkommen andere Kerbe. Noch nie war ein April so warm wie dieser, mehr Sonnenschein als üblich und deutlich weniger Niederschlag machten den zweiten Frühlingsmonat zu einem Ausflug in den Sommer. Dies zeigen die Beobachtungen und Auswertungen des Wetterportals Sauerland.

Temperatur

Abb. 1: Die Tageshöchsttemperaturen an den Wetterstationen Altastenberg (blau) und Schmallenberg-Winkhausen (orange). Viele warme Tage begleiteten uns in diesem Monat, am wärmsten wurde es rund um den 20. April.

Mit einer mittleren Temperatur von 9,7 °C war dieser Monat um rund 6 Grad wärmer als ein normaler April der Jahre 1961-1990. Er überholte damit sogar noch die bereits außergewöhnlichen Jahre 2007, 2009 und 2011, die alle einen Durchschnitt von rund 9 Grad aufwiesen. 

Der April begann mit den Osterfeiertagen, welche auch die kältesten Tage des gesamten Monats bleiben sollten. Am Ostersonntag erreichte das Thermometer auf unseren höchsten Bergen nur wenig mehr als 0 Grad und zeitweise waren sogar noch Flocken zu sehen. Während die Tagestemperaturen in der Folge schnell anstiegen blieben die Nächte noch recht kalt und so wurde am Morgen des 06. April mit -7,6 Grad an der Ruhrquelle die tiefste Sauerländer Temperatur des Monats gemessen. Genau den gleichen Wert erreichte an diesem Morgen auch die Station in Medebach.

Anschließend war der Frühling aber nicht mehr aufzuhalten. Bereits am 2. Aprilwochenende kletterten die Temperaturen mit verbreitet 19 bis 24 Grad auf  Rekordwerte für das 1. Drittel des Monats. Nach einer kurzen Abkühlung rund um den 14. April setzte Hoch „NORBERT“ dann noch einen drauf und so schaffte der 20. April selbst auf dem Kahlen Asten einen Wert von 23 Grad. Nur einmal, 1968, war es hier mit 24,4 Grad im April noch ein bisschen wärmer. Im Ruhrtal zwischen Meschede und Arnsberg sowie weiter westlich wurden an diesem Tag sogar 30 Grad erreicht. Zum Monatsende kühlte es dann ein wenig ab, Bodenfrost trat aber nur noch selten auf.

 

Niederschlag/Schnee

Abb. 2: Niederschlagsmengen an den Stationen Willingen (blau) und Schmallenberg-Oberkirchen (rot). Durchziehende Gewitter am 22. April brachten teils etwas größere Mengen, sonst blieb es an vielen Tagen trocken.

Wie bereits Februar und März verlief auch der April trockener als üblich. So kamen in Medebach nur 27, in Schmallenberg-Grafschaft 34 und in Finnentrop-Heggen 41 Liter Niederschlag vom Himmel. Am meisten erreichte noch der Kahle Asten mit 42 Liter. Normal wären allerdings rund 100 Liter gewesen. Die nassesten Tage waren an den meisten Stationen der 22. und 26. April mit oft zwischen 5 und 10 Litern auf jeden Quadratmeter. Während die Niederschläge am 22. April im Zuge eines durchziehenden Wärmegewitters und teils sogar mit Hagel, z.B. in Winterberg, einher gingen, brachte der zweite Termin kühle Aprilschauer. Auf den Bergen mischte sich sogar nochmals Schnee in den Regen.

Während sich auf den Bergen in anderen Jahren noch an vielen Tagen eine Schneedecke halten kann registrierte diesmal kein Sauerländer Ort noch einen einzigen offiziellen Schneetag. Kurzzeitig weiß wurde es in den Hochlagen nochmal am Ostersonntag. So schnell wie die Anzuckerung an diesem Tag kam war sie aber auch wieder verschwunden. 

 

 

Sonne

Abb, 3: Tägliche, mittlere Solarstrahlung an den Stationen Neuastenberg (blau) und Medebach (orange). 450 Watt sind das höchste was im Tagesmittel im April erreicht werden kann. Einige fast wolkenlose Tage erreichten diesen Wert.

Wie bereits angesprochen machte die Frühlingssonne in diesem Monat Überstunden. Rund 180 Stunden lang zeigte sie sich rund um das Rothaargebirge, etwas abseits der höchsten Berge waren es sogar 200-220 Stunden und damit mehr als in einem durchschnittlichen Juli. An acht Tagen waren kaum Wolken am Himmel und so war die gelbe Kugel rund 10 bis 13 Stunden zu sehen.

 

Wind

Abb. 4: Maximale Windgeschwindigkeiten pro Tag an den Stationen Hunau (Blau) und Graf-Stolberg-Hütte (orange). Lediglich am letzten Monatstag wehte es etwas kräftiger. Sonst war meist nur ein laues Lüftchen zu beobachten.

Der Wind blieb, normal für einen April, eher ein schwacher Geselle. So wurden die kräftigsten Böen zum einen am 05., zum anderen am 30. April erreicht. Maximal waren es allerdings rund 80 km/h und damit weit entfernt von den Geschwindigkeiten, die bei Herbst- und Winterstürmen oder auch bei hochsommerlichen Gewitterfronten üblich sind.

 

 

Der April seit 1950

So warm wie der April 2018 war noch keiner seiner Art seit Beginn der Wetteraufzeichnungen am Kahlen Asten. In den vergangenen 15 Jahren sind mehrere solch extrem warmer Aprilmonate aufgetreten.

Der letzte Skitag der Sauerländer Saison (07.04.) brachte am Poppenberg in Winterberg richtigen Frühlingsskilauf 

Der April auf dem Kahlen Asten

April Abweichung vom Mittel 1961-90
Mitteltemperatur 9,7 °C +6,5 °C
Höchste Temperatur 23,1 °C + 6,4°C
Tiefste Temperatur -2,1°C + 3,5 °C
Eistage (Max <0 Grad) 0 -2 Tage
Frosttage (Min < 0 Grad 4 -11 Tage
Niederschlag 44 mm - 57 %
Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag 11 - 3 Tage
Sonnenstunden 183 Stunden + 33 %
Tage ohne Sonne 2 - 3 Tage
Höchste Windböe 75 km/h -
Max. Schneehöhe < 1 cm (01.,02.)