Die Bilder des Monats

Feucht-nasser Monatsstart

Schwierige Bedingungen in den Wintersportgebieten (Winterberg, 05.01.)

Zwischenzeitlich kaltes Frostwetter

Am Rothaarsteig bei Langewiese (08.01., Quelle: Sauerland-Bilder)

Wechselhafte Phase zur Monatmitte

Etwas Schnee oberhalb des Diemelsees (16.01., Quelle: Sauerland-Camera)

Tiefere Lagen meist schneefrei

Bei Finnentrop (21.01., Quelle: Benedikt Selter)

Januar 2018


Vom Januar des Jahres 2017 war das Sauerland verwöhnt. Wochenlang Kälte und Sonne ließen die Erwartungen an die diesjährige Ausgabe in die Höhe schnellen. Am Boden der Tatsachen ergaben sich aber deutlich zu milde Temperaturen, viel Regen und der heftigste Sturm seit Kyrill. Dies ergaben die Auswertungen des Wetterportals Sauerland.

Temperatur

Abb. 1: Die Tageshöchsttemperaturen an den Wetterstationen Langewiese (blau) und Brilon (orange). Richtig kalt war es zu keinem Zeitpunkt des Monats.

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 0,2 Grad auf dem Kahlen Asten war der Januar rund 3 milder als im Mittel zu erwarten gewesen wäre und sogar mehr als 4 Grad wärmer als der erste Monat des vergangenen Jahres. Aufgrund weiterhin vollständig ausbleibender kalter Nächte waren die Abweichungen nach oben in den Tälern sogar noch etwas höher.

Das neue Jahr startete in der Silvesternacht ausgesprochen mild mit Temperaturen von 4 bis 10 Grad, schon im Laufe des Neujahrstages gab es aber mit kräftigen Niederschlagen die erste Abkühlung. Bis zur Monatsmitte wechselten die Temperaturen dann meist zwischen mild und nasskalt, am Tage wurden häufig zwischen 5 und knapp 10 Grad erreicht. Nur oberhalb von 600-700 m blieben die Werte an einzelnen Tagen auch mal etwas unterhalb des Gefrierpunktes. 

Vom 15. bis zum 21. schloss sich dann eine durchweg nasskalte Woche an, in welcher die Temperaturen rund um Winterberg meist im leichten Frostbereich lagen. Da die Nächte durchweg stark bewölkt blieben sanken die Werte auch in diesen Tagen nicht unter einen Minimalwert von -5 Grad. Ab dem 22. wurde es dann schon wieder milder und am 24. Januar konnten mit rund 6 Grad auf dem Kahlen Asten und 8,4 Grad in Medebach die höchsten Werte des Monats erreicht werden. Insgesamt blieb die Anzahl der Frosttage und die der Dauerfrosttage deutlich hinter den Durchschnittswerten zurück. Unterhalb von 500 m Höhe wurde teilweise nicht einmal einer dieser Tage registriert.

 

Niederschlag/Schnee

Abb. 2: Niederschlagsmengen an den Stationen Winterberg-Züschen (blau) und Eslohe-Reistl (rot). Besonders am Monatsanfang und zur Monatsmitte regnete bzw. schneite es kräftig.

Niederschläge fielen in diesem Monat mal wieder ausgiebig und zeigten die Summen zum Schluss meist überall dreistellige Werte über 100 mm an. Besonders für die sonst trockenen Ecken rund um Medebach und Hallenberg bedeuten dies Überschüsse von 30-40 %, auf dem Kahlen Asten sind die 177 mm ein etwas geringerer Überschuss (17 %).

Besonders niederschlagsreich war gleich der Monatsanfang mit 50-70 mm Niederschlag in wenigen Tagen, zusammen mit der Schneeschmelze stiegen die Pegel der Flüsse deutlich an und teils waren auch einige Überflutungen zu beobachten. 

Die Schneedecke auf den Bergen kam in diesem Monat praktisch nie zur „Ruhe“. Soll heißen, entweder baute sie sich gerade auf oder sie schmolz wieder. Einen stabilen Zustand gab es praktisch nicht. So begann das neue Jahr überall schneefrei, bis zur Monatsmitte schneite es nur in den Hochlagen zeitweise, in der nasskalten Woche zwischen dem 15. und 21. dann aber auch in den Tälern. Am 22. erreichte die Schneedecke mit 52 cm auf dem Kahlen Asten fast den Spitzenwert von 53 cm kurz vor Weihnachten. Zum Monatsende war die weiße Pracht bis auf einige Reste selbst hier aber wieder verschwinden.

 

 

Sonne

Abb, 3: Tägliche, mittlere Solarstrahlung an den Stationen Winterberg (blau) und Medebach (rot). Nur an wenigen Tagen zeigte sich die Sonne länger als ein paar Minuten.

Schon im Dezember haben wir das Thema „Sonne“ zu einem sehr traurigen Kapitel erklärt. Leider machte es der Januar nicht wirklich viel besser. Nach 3 Stunden Sonne im letzten Monat 2017 brachte es der Start ins neue Jahr auf nur 7,4 Stunden und damit erneut deutlich weniger als den langjährigen Durchschnitt von 40 Stunden. Nimmt man beide Monate zusammen gab es seit 1955 noch keine Periode, die ähnlich dunkel gewesen ist.

 

Wind

Abb. 4: Maximale Windgeschwindigkeiten pro Tag an den Stationen Hohe Bracht (Blau) und Schmallenberg-Ebbinghof (orange). "BURGLIND" und "FRIEDERIEKE" prägten diesen Januar.

Thema dieses Monats war vor allem auch der Wind. Am 03. Januar zog „BURGLIND“ mit Böen bis zu 100 km/h und einigen Schäden über das Sauerland hinweg. Es sollte aber noch heftiger kommen. Am 11. Jahrestag von Kyrill, dem 18. Januar, brachte „FRIEDERIKE“ auf dem Kahlen Asten mit 143 km/h die heftigsten Windböen seit 1993. Da es allerdings ein sehr schneller Orkan war blieben die Schäden glücklicherweise deutlich hinter denen von Kyrill, der das Sauerland fast 24 Stunden lang bearbeitete,  zurück.

 

 

Der Januar seit 1950

Mild und nass war der Januar des Jahres 2018. In den vergangenen Jahren gab es dabei sehr häufige Wechsel zwischen milden und kälteren Monaten.

Die Sonne zeigte sich nur für wenige Momente mal etwas länger. Das Bild zeigt die Wiesen bei Winterberg-Altastenberg am 26. Januar.

Der Januar auf dem Kahlen Asten

Januar Abweichung vom Mittel 1961-90
Mitteltemperatur 0,2 °C +3,1 °C
Höchste Temperatur 5,9 °C +0,3°C
Tiefste Temperatur -5,0°C -7,4 °C
Eistage (Max <0 Grad) 6 -11 Tage
Frosttage (Min < 0 Grad 20 -8 Tage
Niederschlag 177 mm + 17 %
Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag 21 + 4 Tage
Sonnenstunden 7 Stunden -74 %
Tage ohne Sonne 23 + 5 Tage
Höchste Windböe 143 km/h -