Die Bilder des Monats

Sonniger Monatsstart in angenehmer Luft

Blick über Winterberg-Neuastenberg, 03.07.

Am gleichen Tag ...

Blick ins Lennetal, 03.07.

Die Sonne machte Überstunden

In der Medebacher Bucht, 18.07., Bild: Gerhard Kobbeloer

Zum Monatsende wird es immer heißer

Finnentrop-Heggen, 25.07., Bild: Benedikt Selter

Die Hitze entlädt sich in Gewitterform

Am Kahlen Asten, 28.07., Bild: Benedikt Selter

Juli 2018


Nachdem bereits April, Mai und mit Abstrichen auch der Juni sonnig, warm und vor allem deutlich zu trocken verliefen setzte der Hochsommermonat Juli diese Reihe ungebremst fort. Das große Niederschlagsdefizit machte sich vor allem in Form einer hohen Waldbrandgefahr bemerkbar.

Temperatur

Abb. 1: Die Tageshöchsttemperaturen an den Wetterstationen Ettelsberg (blau) und Lennestadt (orange). Zwei frische Tage rund um den 10. Juli waren alles in dieser Hinsicht. Ansonsten war es entweder warm, zum Monatsende sogar heiß.

Mit einer mittleren Temperatur von 17,5 Grad auf dem Kahlen Asten war der Juli ein echter Sommermonat, denn nur wenige seiner Art schafften noch höhere Werte. Unangefochtener Rekordhalter bleibt hier allerdings weiterhin der „Sommermärchen-Monat“ Juli 2006. Dieser erreichte eine Mitteltemperatur von 18,7 Grad und war der wärmste Monat den es hier seit Beginn der Wetteraufzeichnungen je gegeben hat.

Vom Ablauf her konnten lange sehr warme bis heiße Perioden und nur kurze etwas frischere Zeiträume ausgemacht werden. Mit großem Abstand die frischesten Tage waren der 10. und der 11. Juli. Mit einem Höhentief erreichten die Werte an diesen Tagen lediglich um 15 Grad, auf dem Kahlen Asten wurde sogar die 10 Grad-Marke verfehlt. Die kältesten Nachttemperaturen wurden auf den Bergen in der Nacht zum 11. Juli mit rund 7 Grad gemessen. In den Tälern ging es vor allem am Monatsstart in den Keller, an der Ruhrquelle erreichten die Werte am Morgen des 3. Juli exakt den Gefrierpunkt, in Medebach waren es an diesem Tag 2,7 Grad, in Schmallenberg-Westfeld 3,3 und in Eslohe-Reiste 5,2 Grad.

Abgesehen von den genannten Tagen erreichten die Tageshöchsttemperaturen in den Tallagen täglich mindestens die 20 Grad-Marke, an vielen Tagen wurde auch 25 Grad, das Kriterium eines Sommertages überschritten. In Medebach waren dies insgesamt 20 solcher Tage, Winterberg erreichte immerhin noch 11 dieser Sorte. Menden, die am niedrigsten gelegene Station unseres Messnetzes verzeichnete sogar nur drei „Nicht-Sommertage“.  Hitzetage gab es in der Toskana des Sauerlandes (Medebach) ganze sieben, in Menden sogar 13.  In Winterberg und auf dem Kahlen Asten wurde ein solcher Tag knapp verfehlt. Ein Höchstwert von 28,4 Grad auf dem Vater der Sauerländer Berge ist aber auch bemerkenswert. 

 

Niederschlag/Gewitter

Abb. 2: Niederschlagsmengen an den Stationen Willingen (Mühlenkopfschanze) (blau) und Finnentrop-Heggen (rot). Ein kräftiges Gewitter am 05. Juli sorgte im Kreis Olpe für volle Messbecher. Ansonsten gab es nur wenige Regentage.

Nachdem bereits Februar bis Juni deutlich zu wenig Niederschlag brachten setzte der Juli diesen Trend ohne Pause fort. Zum Monatsende zeigte der Messbecher in Langewiese gerade mal 35 Liter und in Winterberg 33 Liter. Ein starker Regenguss im Kreis Olpe am Nachmittag des 05. Juli sorgte dafür, dass dies die feuchteste Region des Sauerlandes war. So kamen in Finnentrop-Heggen immerhin 74 und in Lennestadt noch 50 Liter zusammen. Ansonsten stachen noch die beiden sehr kühlen Tage am 10. und 11. Juli mit nennenswerten Regenmengen heraus, die restlichen Tage blieben quasi durchweg sonnig und trocken. Somit steigerte sich auch im sonst so feuchten Sauerland die Waldbrandgefahr am Monatsende bis nahe an die höchste Gefahrenstufe heran.

 

Sonne

Abb. 3: Mittlere Solarstrahlung (in Watt/Quadratmeter) je Tag an den Stationen Neuastenberg und Medebach. Ab 400 Watt kann man von einem sehr sonnigen Tag sprechen. Nur wenige Tage in diesem Monat erreichten diese Kriterium nicht.

Zu beneiden waren in diesem Monat einmal mehr die Betreiber von Freibädern, Freizeitparks und Solaranlagen. Nachdem bereits die Vormonate sehr sonnig verliefen erreichte auch der Juli in dieser Hinsicht Spitzenwerte. Fast 300 Stunden, genau 286 Stunden, also nahezu 10 Stunden pro Tag zeigte sich die gelbe Kugel über dem Himmel am Kahlen Asten. Normal wären etwa 170 Stunden gewesen. Viele wolkenlose oder nur leicht bewölkte Tage reihten sich aneinander und vollkommen sonnenscheinlos war kein einziger Tag im abgelaufenen Monat. Noch sonniger war in den letzten gut 60 Jahren lediglich der „Sommermärchen-Juli“ 2006 mit 307 Stunden. 

 

 

Wind

Abb. 4: Maximale Windgeschwindigkeiten pro Tag an den Stationen Hohe Bracht (blau) und Olsberg-Bruchhausen (orange). Der Wind war in diesem Monat kaum messbar, nur der 1. Juli war etwas auffälliger.

Während der Wind bei dem dominierenden Hochdruckwetter der vergangenen Monate allgemein unauffällig war, konnte er in diesem Monat an so manchem Tag kaum gemessen werden. Selbst die Messstationen in den Höhendörfern Altastenberg, Neuastenberg und Langewiese konnten nur mittlere Windgeschwindigkeiten zwischen 3 und knapp 6 km/h messen. Am windigsten war noch der 01. Juli, an dem ein frischer Ostwind Böen bis etwa 50 km/h brachte.  

 

Der Juli seit 1950

Der Juli war der bisher drittwärmste seit 1950. Nur 2006 und 2010 konnten ihn noch toppen.

Ein sogenannter Butmond, der der Erde zeitweise sehr nahe kam, erstrahlte den Sauerländer Himmel am Abend des 27. Juli (Bild: Gerhard Kobbeloer)

Der Juli auf dem Kahlen Asten

Juli Abweichung vom Mittel 1961-90
Mitteltemperatur 17,5 °C +4,8 °C
Höchste Temperatur 28,4 °C +3,4°C
Tiefste Temperatur 7,1°C + 2,2 °C
Warme Tage (Max > 20 Grad) 20 + 12 Tage
Sommertage (Max > 25 Grad) 6 + 5 Tage
Niederschlag 44 mm -65 %
Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag 6 - 7 Tage
Sonnenstunden 285 Stunden + 68 %
Tage ohne Sonne 0 - 2 Tage
Höchste Windböe 62 km/h -