Die Bilder des Monats

Der Monat startet mit wolkenlosen Tagen

Blick zum Ettelsberg, 05.05. 

Im Monatsverlauf wird es immer wärmer

Blick auf den Schanze bei Schmallenberg, 20.05.

Hochsommerlicher zum Monatsende

Blick zum Astenturm, 30.05.

Ein rekordwarmer Monat geht zu Ende

Blick über Winterberg Richtung Medebach, 30.05.

Mai 2018


Nach einem kalten Spätwinter brachte schon der April dem Sauerland sowas wie Frühsommer und der Mai setzte sogar noch einen drauf. Er war so warm wie sonst ein normaler Juli, brachte sehr viel Sonnenschein und Regen nur in Form von Gewitterschauern.

Temperatur

Abb. 1: Die Tageshöchsttemperaturen an den Wetterstationen Graf-Stolberg-Hütte (blau) und Menden (orange). Fast durchweg lagen die Temperaturen oberhalb des Durchschnittswerte, zum Ende sogar im hochsommerlichen Bereich.

Eine Durchschnittstemperatur von 12,6°C am Kahlen Asten bedeuteten einen Überschuss von 4,4 °C im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961-1990. Damit war es mit Abstand der wärmste Mai seit Beginn der offiziellen Messreihe 1955. Über ganz Deutschland gesehen konnte nur der Mai 1889 noch mit dem diesjährigen mithalten.

Wer am 1. Mai zur Maiwanderung vor die Tür trat der konnte noch nicht ahnen, dass dieser Monat in die Rekordbücher eingehen würde. Bei nur wenig über 0 Grad und einem böigen Wind war trotz viel Sonne nochmal die Winterjacke gefragt. An den Folgetagen ging es zumindest am Tag schon deutlich bergauf, die Nächte waren in den Tälern aber nochmals eisig. Die Nacht zum 02. Mai war in vielen Orten des oberen Sauerlandes die frischeste des Monats. So erreichte Medebach -4,8°C und das obere Ruhrtal nahe der Ruhrquellenhütte -6,1 °C. Nachdem im warmen April bereits viele Pflanzen ausgetrieben waren bedeute diese Nacht nochmals Kältestress für die Natur.

Danach trat Bodenfrost aber nur noch sehr sporadisch auf. Vielmehr rückten die ständig steigenden Tageshöchsttemperaturen in den Mittelpunkt des Geschehens. So erreichte der Kahle Asten bis zum Monatsende achtmal mehr als 20 Grad und damit offiziell einen warmen Tag. In Winterberg wurde dieser Wert elfmal und in Lennestadt an ganzen 21 Tagen überschritten. Diese Marke hätte selbst einem Juni ganz gut zu Gesicht gestanden. An den sechs letzten Tagen des Monats konnte hier sogar ein Sommertag mit mehr als 25 Grad gemessen werden, der Höchstwert lag bei 29,2 Grad.

 

Niederschlag/Gewitter

Abb. 2: Niederschlagsmengen an den Stationen Bestwig-Wasserfall (blau) und Willingen (rot). In der zweiten Monatshälfte gab es einige kräftige Gewitter, insgesamt blieb es aber wiederum trockener als üblich.

Der Mai war wie seine Vorgängermonate zu trocken. Normalerweise kommen auf dem Kahlen Asten rund 100 und in tieferen Lagen zwischen 60 und 80 Liter zusammen. Die Durchschnittswerte erreichen konnten nur Teile des nördlichen und westlichen Sauerlandes. So kamen beim Freizeitpark Fort Fun 100 und in Eslohe-Reiste 92 Liter vom Himmel. Ansonsten war es teils deutlich trockener. Im unweit des Freizeitparks gelegenen Olsberg-Bruchhausen kamen nur 36 Liter vom Himmel, ebenfalls ein Zeichen der viele lokalen Starkregenereignisse. 

Besonders bemerkenswert war, dass teils deutlich mehr als die Hälfte des Monatsniederschlages innerhalb nur einer Stunde zusammen kam. Am 13. Mai z.B. traf am Nachmittag ein Gewitterschauer die Hochlagen, sorgte allein für rund 30 Liter Wasser pro Quadratmeter und eine deutliche Abkühlung beim Bike-Festival an der Winterberger Kappe. Obwohl es ansonsten vor allem zum Monatsende fast täglich mal etwas blitzte und donnerte blieb das Sauerland von den schlimmsten Unwettern insgesamt verschont. 

 

 

Sonne

Abb, 3: Tägliche, mittlere Solarstrahlung an den Stationen Ettelsberg (blau) und Winterberg (orange). Mehrere wolkenlose Tage zum Monatsanfang brachten das Maximum als Sonnenstärke. Auch danach waren kaum trübe Tage (unter 150 Watt) zu verzeichnen.

Die Sonne machte, wie es sich für so einen warmen Mai auch gehört, viele Überstunden. Sie zeigte sich im östlichen Sauerland zwischen 280 und teils bis 300 Stunden lang. Nur wenige Monate überhaupt hatten in der Vergangenheit noch mehr Sonne zu bieten, im Mai waren dies seit 1955 nur die Vertreter aus den Jahren 1989 und 1990. Besonders bemerkenswert waren die Tage rund um den 06. Mai. Rund fünf Tage lang zeigte sich höchstens mal eine kleine Schleierwolke am Himmel, ansonsten blieb es vollständig wolkenlos. Bemerkenswert für das Sauerland.

 

Wind

Abb. 4: Mittlere Windgeschwindigkeiten pro Tag an den Stationen Fahlenscheid (Blau) und Schanze (orange). Der Wind brachte kaum etwas Aufregendes, meist war er nur ein schwaches Lüftchen.

Aufgrund des vollständigen Fehlens von richtigen Tiefdruckgebieten zeigte sich auch der Wind mal wieder sehr ruhig. Die höchsten Windgeschwindigkeiten lagen in den Sauerländer Städten und Dörfern meist nur bei rund 50 km/h. Eine einzige Ausnahme bildete nur der bereits erwähnte Maifeiertag mit einer Windböe von 97 km/h am Kahlen Asten. Im Mittel wehte er z.B. in der Winterberger Stadtmitte mit rund 5 km/h und interessanterweise oft aus Ost und Nord. Die sonst eher üblichen Windrichtungen, West und Südwest, waren nur selten vertreten.

 

 

 

Der Mai seit 1950

Nach dem April war auch der Mai der wärmste seiner Art seit mindestens 1950. Mit 12,4 Grad war er nur wenig kühler als ein normaler Juli.

Wärme im Sommer führt auch schnell zu Gewittern. Das Bild zeigt die über die Ufer getretene Wirme bei Kirchhundem nach einem heftigen Starkregen am 22.Mai. Bild; Benedikt Selter

Der Mai auf dem Kahlen Asten

Mai Abweichung vom Mittel 1961-90
Mitteltemperatur 12,6 °C +4,4 °C
Höchste Temperatur 23,9 °C + 2,7°C
Tiefste Temperatur 0,1°C + 1,5 °C
Frosttage (Min < 0 Grad 0 -3 Tage
Warme Tage (Max > 20 Grad 8 + 6 Tage
Niederschlag 62 mm - 40 %
Tage mit mehr als 1 mm Niederschlag 7 -7 Tage
Sonnenstunden 280 Stunden + 59 %
Tage ohne Sonne 0 -3 Tage
Höchste Windböe 68 km/h -